Im Jahr 2006 begannen die Alstroemeria-Züchter Bernard Zuidgeest und Fedor van Veen zusammenzuarbeiten. Zehn Jahre später entstand aus dieser Zusammenarbeit das Unternehmen Together2Grow. Inzwischen verfügt das Unternehmen über drei Produktionsstandorte im Westland sowie einen Standort in Kooperation in Äthiopien. Jährlich produziert Together2Grow mehr als 40 Millionen Stiele Alstroemeria und Florinca, die weltweit vermarktet werden. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle, erklärt Mitinhaber Bernard Zuidgeest.

Bernard Zuidgeest
„Eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen bei Together2Grow ist Energie. Unsere Betriebe sind vollständig auf LED umgestellt worden. Diesen Schritt haben wir bereits vor der Energiekrise eingeleitet, da sich unser Produkt sehr gut unter LED anbauen lässt. Darüber hinaus führt dies zu erheblichen Einsparungen beim Strom,“ sagt Zuidgeest.
Für eine optimale Energieeinsparung wird die LED-Beleuchtung mit Doppelschirmen kombiniert. Diese Schirmtücher sorgen für eine zusätzliche Isolationsschicht, wodurch weniger Wärme aus dem Gewächshaus entweicht und entsprechend weniger geheizt werden muss.
Der Standort Poeldijk wurde zudem kürzlich an die Geothermiequelle Polanen angeschlossen, ein weiterer Schritt zur nachhaltigen Ausrichtung von Together2Grow. „Wir müssen nun weniger auf fossile Energieträger zurückgreifen und langfristig möglicherweise gar nicht mehr, sobald ausreichend Strom aus dem Netz bezogen werden kann. Letztlich wollen wir vollständig vom Gas wegkommen.“
100 % Grün angebaut
Together2Grow ist dem Projekt 100 % Grün angebaut (Groen Geteeld) angeschlossen, in dem Züchter von Chrysanthemen, Kalanchoë, Gerbera, Phalaenopsis und nun auch Alstroemeria gemeinsam untersuchen, wie sie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren können. „Der Anbau von Alstroemeria ist hier nach vielen Untersuchungen und Praxiserfahrungen bereits sehr weit fortgeschritten. Die letzten Herausforderungen sind jedoch die schwierigsten. Wie löst man ein Problem, wenn es noch keine Nützlinge dafür gibt? Gemeinsam mit Züchtern und den Zulieferern Van Iperen und Royal Brinkman arbeiten wir auch daran intensiv weiter.“
Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Kultur ist dabei entscheidend, erläutert Zuidgeest. „Es ist eigentlich wie beim Menschen. Wenn man müde ist, ist man anfälliger. So ist es auch bei Pflanzen. Je widerstandsfähiger die Kultur, desto weniger Probleme gibt es mit Schädlingen. Scouting ist dabei sehr wichtig, nicht nur im Hinblick auf Insekten, sondern auf alles, was im Betrieb geschieht. Ist eine Scheibe beschädigt? Ist das Insektenschutznetz noch intakt? Wird die Kultur Zugluft ausgesetzt?“
Zertifizierungen und Footprint
Der Betrieb verfügt über mehrere Zertifizierungen zur Bestätigung seiner nachhaltigen Arbeitsweise, darunter MPS-A, MPS-GAP und MPS-SQ. „Das sind gute Instrumente, um zu sehen, wo man steht. Es ist angenehm, eine mehrjährige Übersicht zu haben, sodass man regelmäßig prüfen kann, wo man aktuell steht. Besonders bei der Mittelliste erhält man eine klare Übersicht mit den Farben Grün, Orange und Rot. Das ist sehr praxisnah.“
Zuidgeest zeigt sich auch zufrieden mit dem HortiFootprint Calculator von MPS und Letsgrow.com. „Man sieht sofort, wo man weitere Schritte zur Nachhaltigkeit unternehmen kann. Es ist allerdings noch eine Herausforderung, wie man diesen Footprint gegenüber Kunden kommuniziert. Eigentlich sollte die Branche auf ein System mit einem gemeinsamen Footprint hinarbeiten, damit Produkte nicht sofort allein aufgrund eines höheren Footprints ausgeschlossen werden. Vielfalt ist schließlich eine große Stärke unserer Branche.“
Aus eigener Kraft
Für Unternehmen, die nachhaltiger werden möchten, ist es wichtig, dass dies aus den Züchtern selbst heraus geschieht, so Zuidgeest. „Packen Sie es selbst an und zeigen Sie nicht auf andere Parteien. Gehen Sie von Ihrer eigenen Stärke aus. Unsere Branche wird mitunter kritisch betrachtet, und das ist auch legitim. Die stärkste Antwort darauf ist, aus eigener Motivation und mit voller Überzeugung an Nachhaltigkeit zu arbeiten. Die nachhaltige Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens beginnt bei einem selbst und nicht bei jemand anderem.“