Der Familienbetrieb Bergcamp begann 1965 mit dem Anbau von Gemüse und Trauben. 1980 stieg das Unternehmen zusätzlich in den Zierpflanzenbau mit Topfpflanzen ein. Unter der Leitung der Brüder Robert van den Berg und Walter van den Berg werden heute Pelargonien, Cyclamen und Campanula kultiviert. Das Team arbeitet an drei Standorten in De Lier. Das Familiengefühl steht dabei immer im Mittelpunkt, sagt Robert van den Berg.

„Das Unternehmen wurde von meinem Vater und meinem Onkel gegründet, und seit 2014 leite ich es gemeinsam mit meinem Bruder Walter. Es ist ein echtes Familienunternehmen mit einem eng verbundenen Team aus festen Mitarbeitenden. Dieses Familiengefühl versuchen wir im gesamten Team zu bewahren.“

In den vergangenen zwei Jahren ist das Unternehmen stark gewachsen. „Wir haben unsere Fläche nahezu verdoppelt, um mit der Nachfrage unserer Kunden mitzuwachsen. Diese Verdopplung der Anbaufläche war also keineswegs unüberlegt. Gleichzeitig haben wir auch Automatisierung eingeführt, gerade um unsere Mitarbeitenden zu entlasten.“

Nachhaltige Qualität
Die Produkte, die Bergcamp sowohl an den Einzelhandel als auch an den Tageshandel liefert, müssen laut Van den Berg einen Mehrwert gegenüber dem bestehenden Marktangebot bieten. „Alle unsere Produkte haben klare Kern-USPs. Zudem arbeiten wir bei Campanula mit Addenda zusammen, sodass wir gemeinsam mit angeschlossenen Erzeugern Zugang zu eigener Genetik haben. Auch bei Geranien und Cyclamen wollen wir uns durch Selektionen, Sortiment und Marketing differenzieren.“

Um die gewünschte Qualität zu erreichen, ist Nachhaltigkeit entscheidend. „Das beginnt bereits bei den Anbaubedingungen. Wir kultivieren unsere Produkte so weit wie möglich in Kaltkultur. Das bedeutet, dass wir weniger Energie benötigen und den Anbauprozess besser an den natürlichen Rhythmus der Pflanzen anpassen. Das sorgt nicht nur für eine geringere Umweltbelastung, sondern auch für stärkere und haltbarere Produkte beim Kunden. Da alle unsere Standorte über Betonböden verfügen, können unsere Gewächshäuser mit Fußbodenheizung beheizt werden. So kann man auch mit Niedertemperaturwärme die gewünschte Temperatur bei den Pflanzen erreichen. Auch wirtschaftlich ist das interessant.“

Seit 2001 wird zudem das gesamte Wasser im Betrieb rezirkuliert. „Man muss also sauber arbeiten, dadurch fühlt sich jede Saison an, als würde man in einem neuen Gewächshaus beginnen.“ Außerdem sind doppelte Energieschirme installiert und es wird angestrebt, möglichst viele biologische sowie MPS-MIND grüne Mittel einzusetzen.

Mitarbeitende denken mit
Bergcamp ist nach MPS-ABC, MPS-SQ und MPS-GAP zertifiziert. Erstere sorgt dafür, dass der Betrieb kritisch auf den Einsatz von Betriebsmitteln bleibt, erklärt Van den Berg. „Wenn man sieht, dass ein Mittel stärker wirkt als gedacht, sollte man früher nach Alternativen suchen. Es ist gut, wenn ein Unternehmen regelmäßig an diesem Maßstab gemessen wird, das hält einen wachsam.“

Die Zertifizierungen MPS-GAP und MPS-SQ verdeutlichen die Bedeutung, die Bergcamp seinem Team beimisst. „Deine Mitarbeitenden machen dein Unternehmen aus. Wenn das Teamgefühl stimmt, steigt auch automatisch die Arbeitsfreude.“ Auch Innovationen entstehen aus diesem Teamgedanken. „Wir lassen alle mitdenken. Wir geben monatliche Updates, fragen, wo Probleme liegen, und bitten auch um Ideen.“ Diese Erkenntnisse aus der Praxis haben beispielsweise bereits zu einem effizienteren Topfprozess geführt, bei dem maßgeschneiderte Automatisierung nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Arbeitszufriedenheit erhöht.

Schritt für Schritt nachhaltiger
Van den Berg ist zudem ein Befürworter der Zusammenarbeit mit Kollegen. „Durch unsere Zusammenarbeit mit Addenda haben wir bereits 2017 unsere erste Umwelt-Fußabdruckberechnung durchgeführt. So können wir erkennen, welche Maßnahmen die größte Wirkung haben. Man hat eine Ausgangsbasis und Szenarien, um zu entscheiden, wie es weitergeht, etwa bei Geothermie und CO2-Ausstoß.“

Dabei betont er, dass man sich nicht übernehmen sollte. Umsetzbarkeit und Praktikabilität müssen im Mittelpunkt stehen. „Versuche, jedes Jahr ein Projekt umzusetzen. Von Torfreduktion über Energieeinsparung bis hin zum Einsatz grüner Mittel. Wenn man jedes Jahr etwas macht, sieht man, dass der Betrieb sehr schnell nachhaltiger wird. Nichts zu tun und abzuwarten ist keine Option mehr, halte es überschaubar und fang einfach an.”